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Cannabis
Die CDU-Fraktion Berlin hält konsequent am Ziel eines suchtfreien Lebens fest. Wir sind gegen Verharmlosung, Liberalisierung und Legalisierung illegaler Drogen, weil der erleichterte Zugang zu Drogen erst recht zum Konsum verleitet. Forderungen nach Drogenfreigabe sind daher keine verantwortliche Alternative zur Suchthilfe. Dies hätte fatale Auswirkungen vor allem auf Kinder und Jugendliche, denn der Gruppendruck für Drogenkonsum würde erhöht und somit die Schwächsten am stärksten gefährdet. Auch die immer wieder erhobene Behauptung, dass der ausschließliche Konsum von Cannabis harmlos und medizinisch gesehen folgenlos sei, ist schlicht und ergreifend unwahr.

Unterschätztes Gesundheitsrisiko

Die Kenntnis über die Gefährlichkeit des Cannabiskonsums ist in der Bevölkerung nicht besonders ausgeprägt. Das gilt im Übrigen nicht nur für Deutschland: Eine im Juni 2012 durchgeführte Umfrage der British Lung Foundation ergab, dass rund ein Drittel der Befragten glaubte, der Konsum von Cannabis beeinträchtige nicht die Gesundheit. 88 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass der Konsum von Tabakzigaretten schädlicher sei. Dabei erhöht ein Joint das Lungenkrebsrisiko in etwa gleich stark wie eine ganze Packung Zigaretten. Bei einem Joint gelangen durch das tiefe Inhalieren und das lange Halten des Rauches vier Mal so viel Teer und fünf Mal so viel Kohlenstoffmonoxid in den Körper verglichen mit dem Rauchen von Zigaretten.

Untersuchungen haben gezeigt, dass der Cannabiskonsum zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann und das Risiko erhöht, eine chronische Bronchitis auszubilden. Außerdem haben sich Anhaltspunkte ergeben, dass Cannabiskonsum bei bestimmten Personen das Risiko der Ausbildung einer Schizophrenie erhöht.


Es ist belegt, dass regelmäßiger Konsum bei Erwachsenen und Heranwachsenden zu Hirnveränderungen führen kann, von denen einige irreversibel sind. Eine Langzeitstudie aus dem Jahr 2012 besagt, dass jahrelanges Kiffen bei unter 18-Jährigen langfristig den IQ senken kann.

Ein Einstieg in einen staatlich regulierten Markt mit Cannabis wäre daher aus gesundheitspolitischer Sicht ein völlig falsches Signal. Erwägungen des Gesundheitsschutzes müssen Vorrang haben vor allen anderen Argumenten. Im Übrigen ist auch die Vorstellung, mit einer Legalisierung von Cannabis könne man die organisierte Kriminalität wirksam bekämpfen, nicht haltbar.

Die Bekämpfung von Drogen darf sich aber nicht nur auf die illegalen und sogenannten harten Drogen reduzieren. Eine zunehmende drogenpolitische Herausforderung ist der Kampf gegen die legalen Drogen Alkohol und Tabak sowie gegen den stets als "weiche" Droge bezeichnete Cannabis. Die gesellschaftliche Bewertung entwickelt sich hier konträr: Während der Tabak- und Alkoholkonsum immer restriktiveren Handhabungen unterliegt (Verbesserter Nichtraucherschutz, Sondersteuern auf Alkopops), wird Cannabiskonsum stärker als früher toleriert. Doch Cannabis ist und bleibt eine der Einstiegsdrogen. Auf diesem Feld müssen wir gegensteuern, damit wir in Zukunft kein neues Drogenbehandlungsproblem haben. Drogenprävention ist die effektivste Drogenbehandlung, da sie im besten Falle Drogenkonsum gar nicht erst aufkommen lässt und das drogenfreie Leben als Zielsetzung hat.


Cannabis in der Medizin

Mit einer Änderung des Betäubungsmittelgesetzes hat die CDU-/CSU-Bundestagsfraktion es ermöglicht, dass cannabishaltige Fertigarzneimittel in Deutschland zugelassen werden können. Damit ist die Grundlage gelegt, dass intensiv auf diesem Gebiet geforscht und Cannabishaltige Fertigarzneimittel zukünftig für weitere Indikationen zugelassen werden können und damit für die Therapie zur Verfügung stehen.

Absenkung der straffreien Eigenbedarfsgrenze

Die CDU-Fraktion Berlin hat die Initiative der CDU-Senatoren Frank Henkel und Thomas Heilmann, die strafffreie Eigenbedarfsgrenze radikal zu verringern, in der Vergangenheit unterstützt. Leider war die SPD-Fraktion Berlin jedoch nicht bereit, diesen Weg mitzugehen. Verständigen konnten wir uns auf eine Absenkung der Eigenbedarfsgrenze von 15 auf 10 Gramm. Diese Grenze gilt in Berlin seit dem Jahr 2015.

Es besteht jedoch auch weiterhin eindeutig Handlungsbedarf: Nach Angaben der Techniker Krankenkasse hat sich die Zahl der Klinikpatienten in Berlin, die wegen Cannabis-Missbrauchs behandelt wurden, zwischen den Jahren 2000 und 2010 mehr als vervierfacht. 2010 wurden rund 680 Patienten registriert, zehn Jahre zuvor waren es 150. In Berlin mussten danach bezogen auf die Einwohnerzahl doppelt so viele Menschen behandelt werden wie im Bundesschnitt.


Weiterführende Informationen:

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