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13.02.2015
Sachverständiger belastet Körtgen
Der Untersuchungsausschuss BER hat heute den ehemals in das Flughafenprojekt eingebundenen Sachverständigen Dr. Michael Fretter als Zeugen gehört.
Stefan Evers, Sprecher der CDU-Fraktion Berlin im Untersuchungsausschuss BER
Der Zeuge belastete den damaligen technischen Geschäftsführer, Dr. Manfred Körtgen, schwer. Er schilderte dessen Verhalten als passiv, sämtliche Steuerungsentscheidungen seien dem Bereichsleiter Bau überlassen worden. Ein aktives Risikomanagement sei durch ihn nicht betrieben worden, er habe so wenig wie möglich über Probleme auf der Baustelle hören wollen. Mit kritischen Meldungen sei nicht offen umgegangen worden, vielmehr hätten sich Projektbeteiligte dem Druck ausgesetzt gesehen, ihre Berichte, die dann auch an den Aufsichtsrat gingen, möglichst optimistisch abzufassen.

Dr. Fretter war im Zeitraum von Februar 2010 bis zum August 2012 als übergeordneter Sachverständiger für die Flughafengesellschaft tätig. In diese Zeit fielen wesentliche Entscheidungen den Fortgang des Flughafenbaus betreffend.

Der Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss, Ole Kreins und der Sprecher der CDU-Fraktion Stefan Evers, erklären dazu:

Ole Kreins: "Erneut wurde deutlich, wie viel Energie die ehemalige Geschäftsführung der Flughafengesellschaft investiert hat, um mögliche Risiken das Bauprojekt betreffend nicht nach außen dringen zu lassen. Der Zeuge berichtete, dass nicht einmal in den Geschäftsführersitzungen offen über die anstehenden Probleme gesprochen wurde, da der technische Geschäftsführer bemüht war, solche Kritik bereits in Vorbesprechungen mit einzelnen Projektbeteiligten zu relativieren. Angesichts dieses Verhaltens der Geschäftsführung war es für den Aufsichtsrat kaum möglich, sich ein realistisches Bild von der Stand des Projektes zu machen."

Stefan Evers: "Gefälligkeitsgutachten anstelle klarer Worte. Die Befragung von Dr. Fretter hat einmal mehr gezeigt, dass die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft kein Interesse an den Problemen hatte, die zur Absage der Flughafeneröffnung am 3. Juni 2012 geführt haben. Die enormen Risiken waren bekannt, dennoch wurde der Eröffnungstermin nicht in Frage gestellt. Mehr noch: Schon im März 2012 hat sich die Flughafengesellschaft darauf festgelegt, frühestens in der zweiten Maiwoche eine endgültige Entscheidung über die Eröffnung zu treffen. Und tatsächlich griff Flughafengeschäftsführer Rainer Schwarz erst am 7. Mai zum Hörer, um dem Aufsichtsratsvorsitzenden die Unhaltbarkeit des Eröffnungstermins mitzuteilen. Das war eine Absage mit Ansage – ein unverantwortliches Handeln. Unglaublich auch, dass kritische Anmerkungen von Dr. Fretter nicht nur überhört wurden - seine Teilnahme wurde offenbar sogar aus Protokollen von Geschäftsführungssitzungen getilgt."


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