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06.03.2015 | SPD-Fraktion Berlin und CDU-Fraktion Berlin
Amann sucht Erklärungen
Der Untersuchungsausschuss BER hat heute den ehemaligen Geschäftsführer Horst Amann als Zeugen gehört. Dieser war im August 2012 als "Retter" ins Flughafenprojekt geholt und als Geschäftsführer für den technischen Bereich installiert worden.
Stefan Evers, Sprecher der CDU-Fraktion Berlin im Untersuchungsausschuss BER
Unter anderem aufgrund der schwierigen Zusammenarbeit zwischen Herrn Mehdorn und dem Zeugen Amann trennte sich die Flughafengesellschaft im Herbst 2013 von letzterem als Geschäftsführer Technik. Ein vom Zeugen Amann seinerzeit eingestellter Mitarbeiter steht derzeit unter dem Verdacht, als leitender Angestellter der Flughafengesellschaft Bestechungsgelder angenommen zu haben. Befragt nach den Hintergründen des Korruptionsfalls schob er den "Schwarzen Peter" vor allem seinem Widersacher Hartmut Mehdorn zu.

Die Untersuchungsausschuss-Sprecher der SPD-Fraktion, Ole Kreins, und der CDU-Fraktion Stefan Evers, erklären dazu:

Ole Kreins:
„Die Aufsichtsrat-Protokolle wiedersprechen Amann: Mit Druck hat er sein Personal durchgesetzt, mit Druck hat er die Zahlung an Imtech durchgesetzt. Auf der Baustelle herrschte allerdings Stillstand. Ganze Aktenbände wurden mit Mängellisten gefüllt, ohne dass Probleme gelöst tatsächlich wurden. Amann berichtet über ein schier unglaubliches Volumen von Nachtragsforderungen der bauausführenden Firmen. Diese Forderungen der Unternehmen hätten genau geprüft werden müssen. Ob dies geschah, blieb unklar. Zwar lag der Fokus aller Beteiligten damals vor allem auf dem zügigen Fortgang der Bauarbeiten und der personellen Bestückung der Baustelle, dies durfte jedoch nicht dazu führen, sich nachgiebig gegenüber den finanziellen Forderungen der angeheuerten Firmen zu zeigen. Die minutiöse Bestandsaufnahme des Zeugen führte nicht gerade zur Beschleunigung der Arbeiten. "

Stefan Evers:
„Horst Amann wurde in einer schwierigen Phase an den BER geholt, um die großen Probleme auf der Flughafenbaustelle zu lösen. Stattdessen hat er das Projekt weitgehend zum Erliegen gebracht. Er umgab sich mit einem Kokon überbezahlter Berater, die sich ohne klaren Auftrag und Leistungsanreiz im Unternehmen als neue Herren des Geschehens inszenierten: 'Wir kommen aus der freien Wirtschaft, bis heute waren hier nur Vollpfosten am Werk, ab jetzt wird gearbeitet' war sinngemäß die Losung zum Antritt der neuen Truppe. Die Auswirkung auf die Motivationslage der Projektbeteiligten liegt auf der Hand. Wesentliche Wissensträger wurden endgültig vergrault. Offenbar waren die neuen Strukturen auch korruptionsanfällig, wie der jüngst bekannt gewordene Vorfall bei der Firma Imtech zeigt. Allein vor diesem Hintergrund war es richtig, dass das Amann-Netzwerk nicht von langer Dauer war. Nachdem Amann selbst den Flughafen der Fertigstellung kein Stück näher gebracht hat, ist auch die Trennung von ihm als Geschäftsführer eine absolut nachvollziehbare Entscheidung."


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