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12.09.2014
Black Box gmp
Der Untersuchungsausschuss BER hat heute den Planer des Flughafens, den Architekten Dipl.-Ing. Meinhard von Gerkan, Gründungspartner des Architekturbüro gmp, das als führendes Mitglied der Planungsgemeinschaft pg bbi die Planung des Flughafens BER, insbesondere auch des Terminalgebäudes verantwortete, als Zeugen gehört.
Stefan Evers, Sprecher der CDU-Fraktion Berlin im Untersuchungsausschuss BER
Der Zeuge erging sich lange in schönen Erinnerungen an den von ihm seinerzeit geplanten und durchgeführten Bau des Flughafens Tegel vor mehr als 50 Jahren. Er beklagte einen zwischenzeitlich eingetretenen Paradigmenwechsel, der darin bestehe, dass heute, anders als früher, der Hauptzweck eines Flughafens nicht mehr der Transport von Passagieren sei, sondern der Verkauf von Waren.

Der Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss, Frank Zimmermann, und der Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Evers, erklären dazu:

Frank Zimmermann:
Ebenso wie der bereits früher gehörte Zeuge Paap wies von Gerkan jede Verantwortung für den Zeitverzug und die mangelhaften Planungsleistungen des von ihm geführten Architekturbüros zurück. Trotz der zahlreichen dokumentierten Mängelrügen über die Bauüberwachung sah von Gerkan "keine Anzeichen" für seine Kündigung im Mai 2012. Dies deutet auf eine erstaunliche Verdrängungsleistung des Zeugen hin. Auch die Tatsache, dass die Planungsgemeinschaft die Insolvenz des technischen Planers IGK IGR im Februar 2010 nicht hat kompensieren können, gab dem Zeugen keinen Anlass zur Selbstkritik. Mehrfach äußerte von Gerkan sein Unverständnis über die vielen Einzelhandelsgeschäfte im Terminal und die – wie er sagte – "fachfremden" Anforderungen an die Planung. Insgesamt hat sich die Erkenntnis bestätigt, dass sich der Chefplaner des Flughafens damals wie heute mit Schuldzuweisungen an andere von jeder Verantwortung freizuzeichnen versucht. Aus den Akten ergibt sich jedoch ein anderes Bild.

Stefan Evers:
Es bleibt nach der Vernehmung festzuhalten: Meinhard von Gerkan erliegt noch immer der Versuchung, alle Verantwortung für die Fehlplanungen am BER von sich und seinen Flughafenplanern zu weisen. Bemerkenswert ist, dass der Autor des Buches "Black Box BER" nach eigener Aussage selbst nur oberflächlich in das Projekt eingebunden war. Dennoch blieb seine Überzeugung unerschütterlich, dass der schlimmste Fehler der Flughafengesellschaft die Kündigung seines Unternehmens gewesen sei – wohlgemerkt nach langem Vorlauf, hunderten Mängelrügen, dramatischen Planungsrückständen und einer schon zweimaligen Verschiebung der Flughafeneröffnung. Wer vor diesem Hintergrund davon spricht, es habe "keine Dissonanzen" mit der Flughafengesellschaft vor der Kündigung gegeben, dessen Selbsteinschätzung kann sich nicht auf dem Boden der Realität bewegen. Konfrontiert mit den von ihm in seinem Buch erhobenen Vorwürfen, konnte er diese regelmäßig nicht belegen. Im Ergebnis ist bei mir der Eindruck entstanden, dass es sich auch bei gmp um eine „Black Box“ handelt.


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